Ein Ausflug mit einem ersten Thema

Was? Wo fahren wir hin? Wieso denn nicht Trampolin springen?
Die Klasse 8d der Marion-Dönhoff-Realschule reagierte erst einmal verwundert, als die Klassenlehrerinnen Frau Böll und Frau Lulic das Ziel des Ausflugs bekannt gaben. Da das Thema Nationalsozialismus erst in der Klasse 10 im Geschichtsunterricht behandelt wird, war es den beiden Lehrerinnen ein Anliegen, die Schüler jetzt schon für das Thema zu sensibilisieren. Früh morgens geht es los. In der Dauerausstellung „Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“ wird der Frage nachgegangen, wie Kinder und Jugendliche in Zeiten des Nationalsozialismus gelebt haben. Was für Ängste gab es? Was passierte mit ihnen? Da gibt es zum Beispiel die Geschichte von Ruth, die eines Tages von ihren Freunden verstoßen wird, weil sie Jüdin ist. Die Schüler erfahren, warum man damals sonntags Eintopf kochen sollte, und wie Paul in den Krieg ziehen musste, obwohl er doch noch viel zu jung war.

Beim Betreten des Luftschutzbunkers herrscht beklemmende Stimmung. Es wird erklärt, wie Häuser bombardiert wurden und bis auf das Gerüst ausbrannten und dass von der Schulklasse damals jeder zweite obdachlos gewesen wäre. Die Schüler sehen sich um und sind froh, als sie wieder nach oben gehen können. Viele Fragen bleiben zwar offen, aber das Ziel der Lehrerinnen ist zumindest teilweise erreicht: Die Schülerinnen und Schüler für den Nationalsozialismus zu sensibilisieren und sie ans Nachdenken zu bringen.

Text und Fotos: Larissa Lulic